Die Umwelt als meine Leidschaft, doch was ist mit denen, die das anders sehen?

Die Umwelt ist meine Leidenschaft, doch diese teilt leider nicht Jede*r. Da ich die Standpunkte der Natur auch leidenschaftlich vertrete, bin ich schon etliche Male in Konflikt Situationen gelandet, bei denen es beispielsweise um ein Umweltschonendes bzw. Umweltschädliches Verhalten gegangen ist. Ich erhoffe mir von dem Modul, eine bessere Herangehensweise und Umgang mit solchen Konflikt Situationen zu erlernen und auch aktiv nutzen zu können. Gerne möchte ich zukünftig meinen Mitmenschen besser vermitteln können, dass die Thematik unser aller Interesse sein sollte und wie ich dies zielführender vermitteln kann. Ich bin davon überzeugt, dass eine gut geführte Mediation oder zumindest mit einem erweiterten Grundwissen darüber, besser in Konflikt Situationen gehandelt werden kann und es dadurch auch teilweise gar nicht erst zu einer Konflikt Situation kommen muss.

Gemäss der 1. Lektion letzten Montag, war es äussert interessant sich in kleinen Gruppen direkt austauschen zu können und anhand der Vorlesung gleich wertvolle Hintergrund Informationen erhalten hat. Ich wünsche mir vom Modul, dass die Hintergrund Informationen an realen Beispielen veranschaulicht werden und eher weniger an klischeehaften Beispielen, welche meist nicht mehr wirklich dem Zeitgeist entsprechen.

Gerne würde ich nun noch eine ganz konkrete Konflikt Situation mit euch teilen, um meinen Einstieg anhand eines Beispiels aus meinem Alltag etwas besser veranschaulichen zu können. Gemeinsam mit Freunden gingen wir letzten Sommer am Bodensee grillieren. Doch der gemeinsame Einkauf am Nachmittag zeigte sich schon als ausgesprochen schwierig um die ausgelassene Stimmung hoch zu halten. Ein guter Freund von mir griff mit einer Selbstverständlichkeit ins Fleisch Regal zu dem lecker aussehenden bereits mariniertem Lamm-Steak und warf es ohne einen weiteren Blick auf die näheren Angaben zum Produkt in seinen Einkaufskorb. Ich stutze beim Beobachten eines solch unüberlegten Einkaufs, wie konnte man nicht mal das Etikett vorher etwas genauer studieren? Kaum war mein Gedanke fertig, sprudelte dieser Satz auch schon aus mir heraus mit einem eher forschen Ton. Durch den Tonfall fühlte er sich sowohl angegriffen als auch bevormundet. Die nachfolgende Diskussion konnte dies nicht mehr retten und das Stück Fleisch wurde aus Trotz natürlich gekauft.

Kommentare

  1. Liebe Maria
    Ich finde es spannend von dir zu erfahren, dass du dieses Modul vor allem deshalb gewählt hast, weil du persönlich in der Vergangenheit in Konfliktsituationen zum Umweltverhalten geraten bist. Ich verstehe deshalb auch deine Motivation, dass du zukünftig besser in diese Konflikte gehen möchtest. Für mich ist es ebenfalls wichtig, dass ich in diesem Modul lerne Konflikte zu erkennen und ich die Art und Weise wie ich diese angehe ändern oder verbessern kann. Ich habe an der ersten Lektion ebenfalls den direkten Austausch mit den Mitstudierenden geschätzt. Den Hinweis, dass die Beispiel aus der Praxis stammen sollen und nicht bloss gängige "Klischeekonflikte" behandelt werden, finde ich sehr gut. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, welche Rollenspiele uns noch erwarten!

    Dein Verhalten im Konflikt dem Freund, der aus deiner Sicht zu wenig Wert auf die Herkunft- und Produktionsbedingungen von Fleisch legt, kann ich nachvollziehen. Ich lege selber auch sehr grossen Wert darauf, informierte Kaufentscheidungen zu treffen und stutze auch oft, wenn ich bei meinen Freund*innen zu Hause nicht-saisonale Produkte und Fleischprodukte aus dem Ausland entdecke. Da ich eine zurückhaltende Person bin und Konflikte eher scheue, spreche ich das meiner Meinung nach problematische Verhalten meist gar nicht an. Ich denke jedoch, es wäre gut meine Bedenken gegenüber meinen Freund*innen direkt zu äussern. Am Besten wäre wohl, das aus Problem an der Herkunft/Produktionsweise des Produktes sachlich zu erläutern. So fühlen sich die Personen nicht direkt angegriffen.

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  2. Liebe Maria
    Ich finde es positiv, dass du dieses Modul gewählt hast, um zu erlernen, wie man in Situationen wo Meinungsverschiedenheiten aufeinander treffen, geschickt vorgehen sollte. Das Schöne finde ich, dann es uns allen irgendwie gleich geht, und wir gerne an unserem Vorgehen in Konfliktsituationen arbeiten wollen. Das macht Spass, so profitieren wir alle sicher viel voneinander :)

    Ich kann es total gut nachvollziehen, wie du dich gefühlt haben musst, als dein Kollege seine Kaufentscheidung ohne viel zu überlegengetroffen hat. Ich habe ebenfalls grosse Mühe damit zu sehen, wie sich Menschen teilweise überhaupt keine Gedanken zur Herkunft sowie zur Verwendung/Verschwendung von Lebensmittel machen. Letzten Herbst hatte ich ein ähnliches Erlebnis beim Klassentreffen "10-Jahre aus der Sek", wie du es beim Einkaufen vor dem Grillplausch am Bodensee erlebt hast. Meine ehemaligen Mitschülerinnen und Mitschüler hatten alle sehr viel Lebensmittel mitgebacht, darunter auch viele edle Fleischstücke und Wurstwaren. Als die Feier fertig war, war wirklich noch viel Fleisch übrig, welches dann von meinen ehemaligen MitschülerInnen einfach in den Abfalleimer geworfen wurde. Ich war total erschrocken zu sehen, die meine Kolleginnen und Kollegen, welche zwar ebenfalls mit beiden Beinen im Leben stehen, aber wohl in einem wirklich total anderem Umfeld als ich es tue, mit Lebensmittel umgehen. Weil ich wusste, dass die Fleischwaren nur wenige Stunden ungekühlt bei etwa 15-20 Grad auf dem Buffet lagen und weil ich es nicht ertragen konnte, dass diese einwandfreien Lebensmittel nun einfach vernichtet werden sollte, habe ich alles wieder aus dem Eimer gefischt und wir konnten Zuhause eine Woche Fleisch geniessen. Auch nach einem guten halbem Jahr bin ich immer noch sehr verwundert und enttäuscht zugleich, wie Gleichaltrige nicht Umwelt-sensibilisierte Menschen Denken und Handeln. Hoffen wir, dass wir in diesem Modul viele hilfreiche Tipps& Tricks erhalten, wie wir unsere Anliegen künftig möglichst vielen Menschen schonend beibringen können.

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  3. Ich finde deine Motivation für das Modul sehr spannend. Für mich ist es ebenfalls wichtig, wie man in Konfliktsituationen anders reagieren kann. Ich habe das Gefühl, dass viele aus diesem Grund dieses Modul gewählt haben und dadurch erhoffe ich mir, dass wir umso mehr profitieren können.

    Bezüglich deiner persönlichen Konfliktsituation kann ich nachvollziehen. Grundsätzlich gehe ich nicht gerne mit anderen Personen einkaufen, da ich mich oftmals aufrege wie gedankenlos Menschen manchmal sein können. Auch die Ausrede "es wird ja angeboten, dann kann man es auch kaufen" nervt mich in diesem Zusammenhang extrem. Ich finde es gut, dass du direkt etwas gesagt hast. Da du im Nachhinein über dein Handeln nachgedacht hast, kann es gut sein, dass du in einer zukünftigen Situation anders reagierst und so vielleicht eine konstruktivere Diskussion entstehen kann.

    Liebe Grüsse
    Cécile

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  4. Liebe Maria
    Deine Motivation für das Modul deckt sich gut mit den geplanten Inhalten. Ich denke, mit den bis jetzt vermittelten und geübten Techniken kannst du bestimmt schon das eine oder andere Gespräch anders angehen. Vielleicht findest du sogar mit den geeigneten Fragen die hinterliegenden Interessen für ein (nicht) umweltfreundliches Verhalten in deinem Freundeskreis heraus? Dein Beispiel zeigt auch gut, wie schwierig es sein kann, mit Freunden Konflikte anzusprechen. Manchmal ist es einfacher, mit Personen die man nicht so gut kennt zu verhandeln oder einen Konflikt auszutragen.
    Liebe Grüsse
    Rahel

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